Sprachliche Vielfalt erlebbar gemacht

Ein Science Slam, Technik-Vorführungen, mehr oder weniger lehrreiche Shows und Experimente, die den Forschergeist der großen und kleinen BesucherInnen wecken sollen: auf der Wissenschaftsnacht 5 vor 12 präsentiert sich die RWTH von ihrer besten Seite. Dass es den teilnehmenden Instituten dabei um mehr als „Exzellente Unterhaltung“ geht, ist klar. Freiwillige vor!
Am Lehrstuhl für Deutsche Philologie fahren allerdings keine Roboter durch die Gänge und im Lehr- und Forschungsgebiet Germanistische Sprachwissenschaft werden keine Rennwagen gebaut. Was lässt sich also publikumswirksam inszenieren, möchte man fragen, wenn der eigene Arbeitsplatz keine beeindruckend ausgestattete Werkhalle sondern ein simpler Schreibtisch ist, wo statt Präzisionslasern Tastatur und Mouse bedient werden? Unsere Antwort: die Vielfalt der deutschen Sprache.

Was ist eigentlich Deutsch Bild

Die BesucherInnen des Erlebnisparcours Was ist eigentlich DEUTSCH? konnten sich an drei Hörstationen Proben verschiedener Sprachvarietäten anhören; die ausgelegten Quizbögen regten dazu an, sich näher mit dem Gehörten auseinanderzusetzen. Was ist das für ein Mensch, der da spricht? Wo kommt er oder sie her? Auf welchen Bildungshintergrund lässt die Probe schließen? Wie könnte diese Sprachvarietät heißen? Aufgelöst wurde das Quiz mit kurzen Steckbriefen der Sprecher, die in thematisch auf die Sprachprobe ausgerichtete Poster integriert waren. So konnten die Besucher nicht nur einen Eindruck von der eigenen Sprachwahrnehmung gewinnen, sondern auch entdecken, was genau LinguistInnen eigentlich erforschen und zu welchen Ergebnissen sie dabei kommen. Etwa 200 Interessierte kamen zum Mitraten, blieben zum Fragen stellen und gingen mit der Erkenntnis: Deutsch ist viel mehr als das, was man in der Schule lernt. Und außerdem: das Bild, das ich mir aufgrund der Sprache von einem Sprecher mache, kann trügen!

Der rege Zulauf, den der Parcours ungeachtet seiner abgeschiedenen Lage hatte, zeigt, dass das Thema sprachliche Vielfalt trotz (oder gerade wegen) seiner alltäglichen Erfahrbarkeit bei vielen Menschen einen Nerv trifft – ganz ohne Roboter und Laser. Die 150 vorbereiteten Quizbögen waren noch vor Ende der Veranstaltung vergriffen. Viele BesucherInnen folgten unserem Vorschlag, die ausgefüllten Bögen an einer Wand aufzuhängen und so im Laufe des Abends eine kleine Ausstellung entstehen zu lassen. Die nachträgliche Betrachtung der gesammelten Antworten hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir die Ergebnisse gerne teilen möchten. Die Auswertung wird demnächst im Spraachenblog veröffentlicht.